Malteser-Rettungshundestaffeln bei Mössingen im Sucheinsatz

Foto: Malteser Neckar-Alb
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Kurz vor Einbruch der Dunkelheit sammelten sich die Einsatzkräfte am Samstagabend an einem Waldstück bei Belsen: Es galt ein fast zwei Millionen Quadratmeter großes Gebiet abzusuchen. Ein teilweise unwegsames Gelände, mehrere Bachläufe durchziehen das hügelige Waldgebiet, in dem die Einsatzkräfte immer wieder mit steilen Hängen zu kämpfen hatten. Während sich die Hundeführer und Helfer der Rettungshundestaffeln durch die Steillagen und dem schlammigen Untergrund arbeiteten, machten sich die Hunde flink und scheinbar mühelos auf die Suche nach der Vermissten. Doch auch die Hunde leisten Schwerarbeit, bei voller Konzentration – auch wenn die Vierbeiner ihre Aufgabe eher als Spiel betrachten. Trinkpausen für die Hunde waren daher immer wieder nötig, jeder Hundeführer hatte dazu eigene Behältnisse mit dabei. In der Dunkelheit gingen die Rettungskräfte entschlossen, aber auch mit der notwendigen Vorsicht voran, um ein Abrutschen in den Steillagen zu vermeiden. Waldhütten wurden dabei ebenso akribisch durchsucht wie Hochsitze. Immer wieder kamen die Suchmannschaften für Besprechungen zusammen, koordinierten das weitere Vorgehen, ehe wieder laut der Befehl gerufen wurde „Suchkette marsch!“. Für rund 3,5 Kilometer Suchstrecke brauchen die Rettungshundeführer teils fast zwei Stunden.

Unterdessen kamen alle Informationen bei der Einsatzleitung zusammen, wurden die Suchgebiete abgesteckt und verteilt. Hier waren vor allem die DRK-Kreisbereitschaftsleitung des Landkreises Tübingen, sowie die Fachgruppen „Information und Kommunikation“ als Führungsunterstützungseinheit sowie „Technik und Sicherheit“ eingesetzt. Der DRK-Ortsverein Mössingen-Ofterdingen kümmerte sich um die Verpflegung der zahlreichen Rettungskräfte, verschiedene Bereitschaften stellten zusätzliches Personal für die Vermisstensuche. Die Hauptaufgabe lag aber, neben einem eingesetzten Hubschrauber der Polizei, bei den zahlreichen Rettungshundestaffeln, die vor Ort zum Einsatz kamen. Im Einsatz waren unter anderem die Malteser-Rettungshundestaffeln Esslingen-Reutlingen, Rottenburg, Böblingen und Freudenstadt.

Die Rettungshundestaffel Esslingen-Reutlingen war mit drei Hundeführern, drei Hunden und sechs Helfern am Samstagabend vor Ort. „Wir haben unser Gebiet gut absuchen können“, zeigte sich Staffelleiterin Martina Lorenz zufrieden. „Nun müssen wir abwarten, ob es heute weiter geht“, ergänzt Lorenz am Sonntagvormittag. Die Entscheidung hierrüber lag bei der Polizei. Die Rottenburger Rettungshundestaffel der Malteser war am Samstagabend mit fünf Hundeführern, fünf Hunden und sechs Helfern im Einsatz. „Teilweise hatten wir ein einfach zu durchsuchendes Waldgebiet – das hätte wesentlich dichter bewachsen sein können“, bilanzierte Staffelleiter Jesko Klußmann, der sich die Staffelleitung mit Petra Thomas teilt. Für beide war es der erste Einsatz in Staffelleiterfunktion. Teilweise hatten die Rottenburger Malteser aber auch mit schmierigem Untergrund und den Steillagen an den Bachläufen zu kämpfen. Erschwerend kam hinzu, dass die Rettungshunde aus der Domstadt vor dem Einsatz gerade erst einen Trainingsnachmittag absolviert hatten. „Wir sind praktisch nach Hause gekommen vom Training, und dann war Alarm“, sagt Klußmann. Ohne Pause ging es also sofort weiter. Die Suchaktion wurde am Sonntagmorgen um 3 Uhr abgebrochen.
Am Sonntagnachmittag wurden die Rettungshundestaffeln dann erneut nach Mössingen alarmiert. Die Rettungshundestaffel Esslingen-Reutlingen war mit zwei Hunden, zwei Hundeführern und sechs Helfern erneut vor Ort. Aus Rottenburg rückten fünf Hundeführer mit ihren Vierbeinern und vier weitere Helfer an.
Die Suchaktion am Sonntagnachmittag führte dann zu einem traurigen Ergebnis: Die junge Frau konnte nur noch tot aufgefunden werden, nach Polizeiangaben gibt es keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden. Die Gedanken der Malteser sind nun bei den Angehörigen der 18-Jährigen.

Im Einsatz waren am Samstagabend laut dem Rotkreuzbeauftragten Simon Schäberle folgende Rettungshundestaffeln: BRH Tübingen, Malteser Rottenburg, THW Tübingen, Malteser Esslingen-Reutlingen, DRK Zollernalb, BRH Rottweil, DRK Reutlingen, BRH Mittlerer Neckar, ASB Tuttlingen, DRK Tuttlingen, Malteser Freudenstadt, DRK Sindelfingen, JUH Württemberg, Malteser Böblingen, sowie die DRK-Bereitschaft Hechingen aus dem Zollernalbkreis, die DRK-Bereitschaft Mössingen-Ofterdingen, die Kreisbereitschaftsleitung des DRK Tübingen und deren Fachgruppen „Information und Kommunikation“ sowie „Technik und Sicherheit“. Insgesamt wurden etwa 300 ehrenamtliche Einsatzkräfte gezählt.