Letzter Flug aus London: Malteser im Corona-Einsatz

Landkreise Esslingen und Reutlingen

Am gestrigen Sonntag hat die Bundesregierung kurzfristig entschieden, aufgrund der neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien den Flugverkehr aus dem Vereinigten Königreich und Nordirland in die Bundesrepublik Deutschland zum Schutz vor einreisebedingten Infektionsgefahren in Bezug auf neuartige Mutationen des Coronavirus SARS-CoV-2 vorerst einzustellen. Eine Maschine befand sich da aber bereits im Anflug, EW 2465 London Heathrow-Stuttgart, auf den Flughafen Stuttgart. Vor einer Einreise sollten nun alle Fluggäste per Schnelltest auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden. Es folgte ein Großeinsatz für die Malteser im Bezirk Neckar-Alb.

 

Am Sonntagabend musste alles ganz schnell gehen: Um 19.30 Uhr gab es eine erste Telefonkonferenz mit den ehrenamtlichen Bereitschaftsleitern der Malteser im Bezirk, die gleichzeitig ihre Einsatzkräfte abfragten, wem ein kurzfristiger Einsatz am Flughafen Stuttgart möglich wäre. Kurze Zeit später stand das Personal: Helfer aus den Gliederungen Kirchheim, Aichtal, Nürtingen und Reutlingen machten sich auf den Weg zur Sanitätswache auf der Landesmesse und dann weiter zum Flughafen. Ebenfalls alarmiert wurde die Malteser-Bereitschaft Filder, die schon zwanzig Minuten nach der Telefonkonferenz auf der Messe eintraf und das benötigte Material zusammenstellte. Insgesamt machten sich nun 23 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Malteser auf den Weg zum Flughafen. Zwölf davon waren erst kurz zuvor für die landesweite Schnelltest-Aktion an Weihnachten auf den Corona-Schnelltest eingewiesen worden.

 

Kurz vor 20 Uhr gab es am Flughafen eine Besprechung der Einsatzleitung mit dem ärztlichen Leiter Dr. Jens Künzel. Zehn Minuten später trafen die ersten Teileinheiten der Malteser am Flughafen-Terminal ein. Der Aufbau startet, die Maschine aus Großbritannien wird planmäßig um 21 Uhr landen. Eine Viertelstunde vor der Landung ist alles aufgebaut, sind alle Helfer in ihre Aufgaben unterwiesen. „Insgesamt gibt es zehn Abstrichteams, drei Malteser-Einsatzkräfte unterstützen zudem das Airport Medical Center bei der Erfassung und Auswertung, dazu kommt ein Helfer in der Logistik und ein Springer“, zählt Einsatzleiter Michael Leich von den Maltesern auf. Für den Ernstfall war zudem alles vorbereitet: „Wir hatten zwei Krankentransportwagen bereitgestellt, falls es positive Patienten gegeben hätte, die sich nicht zu Hause hätten isolieren können. Diese wären dann auf Bitten des Gesundheitsamtes von uns in eine Quarantäneunterkunft nach Köngen verlegt worden.“

 

Um 21.30 Uhr wurden dann die ersten 20 Flugpassagiere von der Bundespolizei zur Teststelle gebracht. Im Zehn-Minuten-Takt kommen die nächsten Fluggäste der Maschine aus London. Um 23 Uhr sind alle Tests abgenommen. Noch während die Passagiere auf ihre Ergebnisse warten, wird mit dem Rückbau der Teststation begonnen. Kurz darauf Erleichterung: Alle 153 Schnelltests auf das Coronavirus sind negativ. Um 23.30 Uhr werden deshalb alle Helfer aus dem Einsatz entlassen, einzig die Gliederung Filder ist noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Einsatzende ist um 00.00 Uhr. Alle Fluggäste durften nach dem negativen Testergebnis das Gelände des Flughafens Stuttgart verlassen. Wie alle Reiserückkehrer sind sie nun angewiesen sich in Quarantäne zu begeben und einen genaueren PCR-Test auf den Schnelltest folgen zu lassen.