Malteser helfen Erdbebenopfer in Kroatien

Auf das schwere Erdbeben in Kroatien folgt die internationale Hilfe. In Baden-Württemberg haben der Landesfeuerwehrverband und die kroatische Gemeinde in Stuttgart als erstes Spendenaufrufe gestartet. Dem schlossen sich später die Aichtaler Julijana und Marijo Cacic an – ursprünglich wollten sie die Hilfsgüter in ihrem Auto selbst nach Kroatien bringen. Doch die Resonanz war enorm, Hilfsgüter kamen aus den Landkreisen Reutlingen, Esslingen Tübingen und Böblingen – und selbst aus Stuttgart kamen weitere Spenden, nachdem die dortige Sammlung keine Transportkapazitäten mehr hatte.

Im Aichtal nahm Bürgermeister Sebastian Kurz deshalb Kontakt zu den Maltesern Neckar-Alb auf – und erhielt prompt Hilfe. Die Gliederungen Aichtal und Kirchheim der Malteser sowie das DRK Esslingen erklärten sich bereit, die Hilfsgüter im Konvoi nach Kroatien zu transportieren. Gestern wurden die Fahrzeuge beladen, heute starten die Malteser mit acht Helfern und vier Fahrzeugen, hinzu kommt ein Gerätewagen-Transport des Roten Kreuzes.

„Wir rechnen mit 13 bis 15 Stunden reiner Fahrzeit“, erklärt Christian Spies von den Kirchheimer Maltesern. Und Manuel Bunte, Malteser Aichtal, ergänzt: „Der Plan ist, wir fahren durch.“ Lediglich für Fahrerwechsel sollen kürzere Pausen eingeplant werden. Schließlich ist die Not vor Ort groß, werden die Sachspenden dringend benötigt.

Beladen sind die Lastwagen des Katastrophenschutzes unter anderem mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung – Nothilfe, die dringend gebraucht wird, wie Pero Violovic bestätigt. Der Vertreter der kroatischen Botschaft ist eigens zur Verladung der Spenden nach ans Feuerwehrhaus nach Aich gekommen. „Die Lage in der Erdbebenregion ist sehr schlecht“, berichtet Violovic. Viele Gebäude seien rund 100 Jahre alte Ziegelbauten, die den Erschütterungen nicht standhalten konnten. „Wir sind für jede Hilfe dankbar“, betont der Botschaftsvertreter. Viele Menschen in der Erdbebenregion lebten von der Landwirtschaft und ihren Tieren, die sie weiterhin versorgen müssten. Die Region zu verlassen, bis sich die Lage stabilisiert hat, ist für die meisten daher nicht möglich. Vilovic dankte den Helfern und Spendern für ihr „großes Herz“ und zeigte sich beeindruckt von der Aichtaler Aktion: „Auch kleine Gemeinden können große Hilfe leisten.“

Die Hilfe soll aber auch den Helfern zugute kommen: Neben den Waren für den täglichen Gebrauch wurde daher auch Erste-Hilfe-Material, Desinfektionsmittel und feuerwehrtechnisches Material gesammelt, das vor Ort ebenfalls dringend gebraucht wird.

„Ich bin überwältigt von der Resonanz auf unseren Spendenaufruf“, freut sich Aichtals Bürgermeister Sebastian Kurz. Am heutigen Samstag starten die Fahrzeuge der Malteser und des DRK, die sich auf der Autobahn einem größeren Hilfskonvoi des Landesfeuerwehrverbandes anschließen werden. Acht Helfer der Malteser machen sich auf die rund 800 Kilometer lange Strecke. „Die Helfer haben sich zügig gefunden“, berichtet Christian Spies, Leiter der Einsatzeinheit 5, stolz. Und auch beim Einladen der Hilfsgüter halfen gestern 13 Ehrenamtliche der Malteser.